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| Was tut man nicht alles: Selbst gebauter Schulranzen |
Und das meine ich durchaus wörtlich. Wenn Ihr Kind noch im Vorschulalter ist, sollten Sie sich schon heute auf eine gigantische Materialschlacht gefasst machen. Tief durchatmen und Ruhe bewahren, dann vermeiden Sie Fehler wie den, den ich vor einiger Zeit gemacht habe, und der mir jede Menge (überflüssige) Arbeit beschert hat.
Es geschah mitten in der 5. Klasse einer weiterführenden Schule. Das gesamte Schulmaterial meiner Tochter war inzwischen auf ein stattliches Gewicht von 15 kg angewachsen (ohne Trinkflaschen oder andere Extras.) Durch tägliches akribisches Umpacken schafften wir es, den Ranzen (je nach Stundenplan) bei einem Gewicht von etwa 10-12 kg zu halten, was immer noch viel zuviel ist, würde man die Empfehlungen von Orthopäden beherzigen. Natürlich waren die Schüler angehalten, nicht benötigte Bücher in ihrem Spind in der Schule zu verwahren. Doch hier klafft die Lücke zwischen Theorie und Praxis: Natürlich fehlten bei den Hausaufgaben immer wieder mal die nötigen Dinge, sodass die Idee mit dem Spind schnell gestorben war. Also hieß es Schleppen.
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| Selbst gebauter Schulranzen, man beachte die nützliche Innenregistratur :-) |
Wirklich schlimm wurde es, als meine Tochter eines Tages verkündete: »Ab heute nehme ich jeden Tag alles in die Schule mit. Ich hatte gestern vergessen, auf den Vertretungsplan zu schauen und nicht mitgekriegt, dass für heute Fächer vertauscht worden waren. Ich bin entsetzlich zusammengefaltet worden von der Lehrerin, weil ich die Sachen nicht dabei hatte.«
Auf meinen Einwand, sie könne unmöglich jeden Tag 15 kg hin- und herschleppen, wurde sie ein wenig unwirsch. »Nochmal hole ich mir so einen Anschiss nicht ab!«
Tatsächlich stopfte sie das komplette Schulmaterial in ihren Ranzen, der sich dadurch nicht mehr richtig schließen ließ. Irgendwie schaffte sie es trotzdem, das Zeug in die Schule zu transportieren, und das wochenlang.
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| Die Seiten sind mit zwei großen Fächern für Sportsachen versehen. |
Schon nach einem Tag hatte ich entschieden, dass es so nicht weitergehen konnte. Ein anderes Transportbehältnis musste her. »Ein Schultrolley?« – »Wo denkst Du hin, Mama, Schultrolleys sind total uncool, damit werde ich nur gemobbt.«
Also beschloss ich, den Versuch zu wagen, selbst einen Schulranzen herzustellen. Er sollte auf dem Rücken getragen werden können und sich trotzdem, bei Bedarf auf längeren Strecken, ziehen lassen. Gleichzeitig sollte er in der Lage sein, das Chaos in der Schultasche in den Griff zu bekommen. Ich machte mich also frisch ans Werk und bestellte ein großes Stück einer wasserdichten Zeltplane. Hinzu kamen eine stabile Kunststoffplatte und vier kleine Möbelrollen vom Baumarkt, dazu diverse Polster, Schließen und Packbänder.
Genießen Sie die Grundschule, denn später wird es bizarr ...
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| Schultergurte ausklinken, dann dienen sie als Zugbänder für den rollenden Transport. |
Eine Woche ackerte ich wie verrückt, wobei unsere alte Nähmaschine endgültig ihren Geist aufgab, aber ich schaffte es, einen praktikablen Schulranzen für den Transport großer Mengen auf die Beine zu stellen, der sich an den (unten auszuhakenden) Schultergurten bei Bedarf auch ziehen ließ. Die Inneneinteilung bestand aus einem kompletten Register, mit Beschriftungen für alle Fächer. Ich räumte das ganze Schulzeug probehalber ein und tatsächlich: Es funktionierte. Der Ranzen besaß zwar, aufgrund seiner Größe, ein relativ hohes Eigengewicht, aber ich hoffte doch, dass meine Tochter von der Möglichkeit Gebrauch machen würde, die die Rollen ihr boten. Um ihr den neuen Ranzen schmackhaft zu machen, bügelte ich noch ein Pferdebild auf die Ranzenklappe auf, sodass das Ergebnis nicht einmal schlecht aussah.
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| Untenansicht: Vier kleine Möbelrollen, mit der Bodenplatte fest verschraubt ... |
Als ich meiner Tochter das fertig eingeräumte Modell präsentierte, zeigte sie sich nicht gerade begeistert. Nein, das könne sie keinesfalls verwenden, erklärte sie mir zögernd. Auf meine Frage, warum nicht, rückte sie heraus, dass sie sicher bei ihren Klassenkameraden unten durch sei, wenn sie mit einem selbstgebastelten Modell anrücken würde.
»Warum hast Du mich dann basteln lassen und mich nicht gebremst?«, erkundigte ich mich und bekam die Auskunft: »Weil ich niemals gedacht hätte, dass es wirklich möglich ist, einen Schulranzen selbst zu bauen. Ich dachte, Du würdest irgendwann aufgeben …«
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Ach so: Die Sache mit dem Schulmaterial hat sich dann anders gelöst. Inzwischen wird wieder jeden Tag umgepackt. »Und wenn mal was schiefgeht und ich Ärger kriege, dann krieg ich eben Ärger. Ist mir doch egal …«
Schultüte: Alles für den Schulanfang ...











